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Gott BALDER, Göttin NANNA

  • Autorenbild: Edda Wittke
    Edda Wittke
  • 24. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Gott BALDER

BALDER ist unser germanische Gott des Lichtes, der Gerechtigkeit, der Schönheit, der Tugend, Reinheit und Güte.

ER ist weise, barmherzig, friedfertig, tolerant und liebevoll.

Seinen Wohnsitz schlug Balder, der als Feind jeglichen Unrechts gilt, in dem friedlichen Bezirk Breidablik (Breitglanz) in Asgard auf.


Göttin NANNA

Nanna ist die Göttin der Liebe und Treue bis über den Tod hinaus und Balders Frau.

 

Trauer um Gott BALDER

Auch die anderen Gottheiten schätzten ihn sehr, mit Ausnahme von Loki, Gott der Täuschung, der Magie und des Wandels, der IHN tötete.

Die anderen Götter reagierten entsetzt und mit Schweigen. Schnell durchschauten sie Lokis bösartige List. Da Loki sich sicher war, daß keiner der anderen Götter ihn angreifen würde, grinste er nur. Denn alle Anwesenden befanden sich auf heiligem Boden, auf dem keine Gewalt ausgeübt werden darf. Voller Trauer reagierten Odin und Frigg auf den Tod ihres geliebten Sohnes.

Sie überlegten, wie sie ihn von Lokis Tochter HEL, der Göttin des Todes und der Wiederauferstehung, aus dem Totenreich wieder herausholen könnten. Hermodr, der andere Bruder Balders, ritt zu Hel, um sie zu bitten, Balder freizugeben. Diese war auch bereit, auf die Bitte einzugehen, wenn tatsächlich jeder in Asgard um Balder weinen würde. Sollte jedoch nur ein einziges Wesen keine Trauer um ihn zeigen, müsste Balder auf ewig bei ihr im Totenreich Helheim bleiben.

Tatsächlich trafen sämtliche Wesen ein Abkommen, Balder zu beweinen, doch hielt sich eine alte Riesin nicht daran. Daher besuchte Frigg die Riesin und bat sie unter Tränen, auch um ihren Sohn zu weinen. Die Riesin aber lachte nur spöttisch und antwortete, daß Balder ihr nicht fehlen würde und er darum bei Hel bleiben solle. Bei der alten Frau handelte es sich jedoch wiederum um den verkleideten Loki, der von Frigg erkannt wurde.

Voller Entsetzen teilte sie dies den anderen Göttern mit, die sich nun gegen Loki wandten und ihn mit harter Gefangenschaft in einer Höhle bestraften. So wurde über Lokis Kopf eine giftige Schlange befestigt, deren Gift tröpfchenweise auf sein Haupt hinabfiel, was dem Gott furchtbare Schmerzen bereitete. Bis in alle Ewigkeit sollte Loki in diesem Zustand verweilen.

Gesegnet wurde der Leichenbrand von Balders Halbbruder Thor, während Odin den Ring Draupnir auf das Schiff legte, das nun die Fahrt in die Totenwelt Hels antrat.

Nanna brach während der Bestattungszeremonie zusammen und starb an gebrochenem Herzen. Nannas Liebe zu Balder war so tief, daß sie ihm in den Tod folgte, um an seiner Seite zu sein. Balder mußte in der Unterwelt Helheim bleiben, und Nanna blieb bei ihm, eine ewige Gefährtin im Tod.

Balders Tod hatte Folgen für die gesamte germanische Götterwelt.

So verschwanden Schönheit und Glück aus ihr, und die Götterdämmerung/Ragnarök rückte näher.

 

Balders Wiederauferstehung

Balder hatte auch als Personifizierung der Sonne gedient, was zur Sommersonnenwende führte. Dabei verliert die Sonne am 21. Juni an Kraft, und die Tage werden wieder kürzer.

Ab der Wintersonnenwende verlängern sich die Tage dagegen wieder, und die Sonne scheint länger, wodurch sich die Wiederauferstehung Balders ankündigt.

Nach dem Ragnarök ersteht Balder von den Toten wieder auf und versöhnt sich mit seinem Bruder Hödur.

Gemeinsam begeben sie sich in die neue Welt.

So stellt der Tod Balders nur einen Teil der Reise dar, und nicht ihr Ende.

Mit der Rückkehr Balders aus Helheim erlebt die Welt durch seinen Glanz ein neues und besseres Zeitalter: In dieser Welt soll es keine Lügen, keinen Verrat und keinen Mord mehr geben.


 

Der Jahreskreis germanischer Feste

Modraniht – Die Nacht der Mütter

Natürlich gibt es bei uns Germanen auch heilige Feste.

Es gibt keine Trennung zwischen Alltag und Spiritualität – jede Jahreszeit hat ihren Geist, ihre Aufgabe, ihre Götter. Und durch die Feste lebt man mit ihnen.

 

Modraniht ist die Nacht der Wintersonnenwende am 24./25. Dezember.

Zu ehren der Schutzgöttin der Ehe, des Lebens und der Mutterschaft FRIGG, Göttin der Erde und des Frieden NERTHUS, aller weiblicher Ahnen.

Dieses Fest ist den mütterlichen Urkräften gewidmet – den Müttern der Sippe, der Erde, des Schicksals. Modraniht ist eine heilige Nacht, in der den Müttern geopfert wurde – sowohl den Lebenden als auch den Toten, man bittet um Schutz, Fruchtbarkeit, Weisung und gute Geburt.

In manchen Regionen vermischte sich dieses Fest mit dem Julfeuer, in anderen war es ein stilles Gebets- und Opferritual, besonders für Frauen.

 

Jól: Die große Wiederkehr des Lichts zur Wintersonnenwende ca. 20.–23. Dezember, die späteren 12 "Rauhnächte".

Zu ehren von Odin, Frigg, die Wilde Jagd, Thor, die Disen, Ahnen.

Es ist die Zeit, in der das Licht stirbt und wiedergeboren wird. In der dunkelsten Nacht beginnt die Sonne ihre Rückkehr, ein Symbol der Hoffnung, der Erneuerung und der geistigen Geburt.

In dieser Zeit reiten Odin und die Wilde Jagd durch den Himmel. Die Geister der Toten werden aktiv, die Grenzen zwischen den Welten durchlässig. Menschen halten Wache, räuchern Haus und Hof, opfern Bier, Brot, Fleisch, Licht. Häuser werden geschmückt mit Grün, mit Rädern, mit geschnitzten Runen - als Schutz gegen das Unheimliche, als Einladung an das Heilige.

Der Julbock, Julbaum, das Herdfeuer und der Austausch von Gaben sind alles Elemente, die bei uns im Christlichen überformt heute noch im Weihnachtsbrauchtum sichtbar sind.

 
 
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